Leitstand
Was der Leitstand zeigt
Der Leitstand liegt unter /leitstand und steht ab der Rolle planner zur Verfügung. Er zeigt für jede Maschine eine eigene Warteschlange aus Auftragsschritten, in der Reihenfolge, in der sie an dieser Maschine laufen sollen. Es gibt weder Uhrzeiten noch einen Gantt-Zeitstrahl: Der Leitstand plant eine Abfolge, keinen Zeitplan. Jede Maschine erhält eine eigene Spalte, auch eine, die gerade leer steht. So sieht ein Planer auf einen Blick, welche Maschine frei ist.
Ein Eintrag in einer Spalte ist ein einzelner Schritt eines Auftrags, nicht der ganze Auftrag. Ein Auftrag mit mehreren Schritten kann deshalb gleichzeitig in mehreren Maschinenspalten auftauchen.
Eingefrorener Kopf
Die ersten zwei Positionen jeder Warteschlange sind eingefroren. Sie stehen für den laufenden und den unmittelbar nächsten Schritt und sollen sich nicht mehr bewegen, sobald sich eine Maschine darauf einstellt. Ein Schloss-Symbol markiert diese Karten, und ihr Hintergrund hebt sich von den übrigen Karten ab.
Eine Änderung an einer eingefrorenen Position bleibt trotzdem möglich, aber nur mit Begründung. Wer eine eingefrorene Karte verschiebt oder eine andere Karte auf eine eingefrorene Position zieht, trägt diese Begründung in einem Dialog ein, bevor der Leitstand die Änderung annimmt. Ohne Text bleibt die Schaltfläche „Überschreiben bestätigen“ gesperrt.
Entwurf
Alle Positionen ab der dritten Stelle bilden den Entwurf. Hier ordnet ein Planer per Drag-and-drop frei um, innerhalb einer Maschine oder auch über Maschinen hinweg, ohne Begründung und ohne Bestätigungsdialog. Schließt ein Schritt an eingefrorener Position ab, rückt die Warteschlange nach: Der bisherige Entwurfseintrag an Position drei wird zur neuen eingefrorenen Position zwei.
Automatische Einsortierung neuer Aufträge
Trifft ein neuer Auftrag aus dem ERP ein, setzt der Leitstand dessen Schritte selbstständig in den Entwurf ein: an die passenden Maschinen, nach Liefertermin geordnet und, wo möglich, neben einem Schritt mit demselben Werkzeug. Das gilt aber nur, solange die Warteschlange dadurch nicht deutlich länger wird als bei den Schwestermaschinen: Liegt eine Maschine mehr als zwei Positionen vor der kürzesten, geht der nächste Schritt an die freiere Maschine, auch wenn dort umgerüstet werden muss. Gleiche Artikel laufen dadurch in Blöcken über mehrere Maschinen, statt sich alle auf einer zu stapeln. Bereits vorhandene Einträge bleiben dabei unberührt; die Einsortierung verschiebt nichts anderes. Beim Überfahren einer neu eingesetzten Karte zeigt ein Tooltip die Begründung, etwa den Liefertermin, das gemeinsame Werkzeug oder „kürzeste Warteschlange trotz Werkzeugwechsel“.
Neu planen
Die Schaltfläche „Neu planen“ baut alle Entwurfs-Warteschlangen komplett neu auf, nach denselben Regeln wie die automatische Einsortierung. Die eingefrorenen Köpfe rührt sie dabei nicht an. Der Leitstand fragt vor dem Ausführen einmal nach Bestätigung, weil der Vorgang bestehende Entwurfspositionen verwirft und neu verteilt.
Bereits vorhandene Aufträge kommen erst beim ersten „Neu planen“ in den Plan. Die automatische Einsortierung greift nur für neue Aufträge, die nach der Inbetriebnahme des Leitstands eintreffen.
Markierungen: verwaist und geändert
Verschwindet ein Auftrag im ERP oder wird er storniert, markiert der Leitstand seine Einträge als „Verwaist“. Ändert sich an einem laufenden Auftrag etwas Wesentliches, etwa Menge, Liefertermin oder Routing, markiert er sie als „Geändert“. Beide Markierungen bleiben sichtbar, bis ein Planer sie mit „Übernehmen“ bestätigt. Danach verschwindet die Markierung, und der Eintrag erhält eine neue Begründung.
Was die Werker sehen
Was am Leitstand geplant wird, zeigt sich auch an der Maschinenansicht und am Terminal, ohne dass ein Werker dafür etwas einstellen muss.
Jede Maschinenansicht zeigt zwei Tabellen, gespeist aus dem eingefrorenen Kopf der jeweiligen Warteschlange. „Was kommt als Nächstes“ listet die beiden nächsten Aufträge dieser Maschine mit Artikel, Arbeitsschritt und Menge. Daneben steht die Rüstanweisung mit Werkzeug und Programm für den unmittelbar nächsten Auftrag, entnommen aus dessen Auftragsroute. Ein Werker muss dafür nicht mehr im ERP nachschlagen.
Am Terminal erscheint zusätzlich eine Karte „Nächster Auftrag“, sobald eine Maschine ausgewählt ist. Sie zeigt den nächsten Auftrag und, falls vorhanden, den danach folgenden.
Trägt der nächste Auftrag eine Markierung als geändert oder verwaist, zeigt das Terminal einen Warnhinweis: Rücksprache mit der Planung. Auch die Maschinenansicht zeigt den Hinweis, sowohl in der Auftragsliste als auch in der Rüstanweisung. Solange diese Markierung steht, lässt sich die Maschine nicht rüsten: Terminal und Maschinenansicht zeigen dazu „Auftrag gesperrt“, und der Versuch endet mit einer Fehlermeldung statt einer neuen Einrichtung. Scannen und Abschließen laufen davon unberührt weiter, gesperrt ist nur das Rüsten. Die Sperre fällt, sobald die Planung die Markierung im Leitstand übernimmt oder den Eintrag entfernt.
Parameter beim Rüsten
Beim Rüsten schreibt Werkspur die Prozessparameter des nächsten eingeplanten Arbeitsschritts dieser Maschine direkt an die Maschine: über dieselben OPC-UA- und Modbus-Verbindungen, die auch die Telemetrie nutzt.
Welche Parameter das sind, legt eine Zuordnung je Maschine fest, die jeden Parameternamen mit einem Maschinenanschluss verbindet. Sie ist Teil der Konfiguration und hat im Pilot keine eigene Oberfläche.
Alles oder nichts: Werkspur liest zuerst die bisherigen Werte aller zugeordneten Anschlüsse und schreibt danach die neuen. Schlägt ein Schreibvorgang fehl, stellt Werkspur die vorherigen Werte wieder her, bricht das Rüsten ab und bucht auch das Werkzeug nicht.
Parameter ohne Zuordnung bleiben Handarbeit und stehen weiterhin auf der Rüstanweisung. Fehlt umgekehrt bei einem zugeordneten Parameter der Wert im Auftrag, bricht das Rüsten ebenfalls ab. Eine halbe Rüstung gibt es nicht.
Eine Maschine ohne jede Zuordnung rüstet weiterhin wie bisher. Die Sperre bei markierten Aufträgen gilt auch dort.
Zwei Fälle bleiben, in denen Werte an der Maschine stehen, obwohl die Rüstung nicht gebucht ist. Scheitert nach einem fehlgeschlagenen Schreibvorgang auch das Zurücksetzen, nennt die Fehlermeldung die betroffenen Anschlüsse und fordert auf, die Maschine sofort zu prüfen: Werkspur konnte den vorherigen Wert dort nicht wiederherstellen. Und bricht die Datenbanktransaktion ab, nachdem alle Werte bereits geschrieben sind, bleiben sie ebenfalls an der Maschine. Das nächste Rüsten schreibt sie erneut.